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Trauerarbeit = Seelenarbeit

Seelen ArbeitEs ist nun schon einige Zeit vergangen, seit ich das letzte Mal von mir erzählt habe. Ich arbeite nun schon wieder ein paar Wochen und es geht mir erstaunlich gut damit. Ich hatte so Angst davor, wieder ins Büro zu gehen, war unsicher, wie ich reagieren soll. Ob ich Fragen ausweichen und eine Maske aufsetzen kann. Ich kann!
Es gibt seltene Momente, in denen es mich auch auf der Arbeit trifft. Ein Anruf über eine schwangere Kollegin, ein beiläufiger Kommentar oder so. Aber bisher konnte ich diese Situationen gut meistern.

Mir graut es immer noch davor, dass mir demnächst jemand freudestrahlend eröffnet, schwanger zu sein und im September ein Baby zu bekommen. Für mich ist die Vorstellung, im näheren Umfeld ein Kind zu haben, an dem ich immer sehen kann, wie groß meines jetzt wäre, kaum auszuhalten. Ich gönne jeder Frau auf dieser Welt ein Baby und eine glückliche Schwangerschaft, keine Frage. Aber ich sorge mich um meine Mutterseele und dass sie nicht aufhören kann zu leiden.

Generell versuche ich gerade viel für mich zu tun. Ich bin viel draußen, mache wieder Sport, habe mir einen Yoga-Kurs gesucht (und bei der ersten Mantra-Meditation durch geheult) und versuche mich gesünder zu ernähren. Die Fastenzeit, bei mir feste Tradition seit ich 14 bin, kommt da ganz Gelegen. Und meistens Kommentar g damit ganz gut über den Tag. Das Füchschen ist aber ganz eindeutig die beste „Medizin“ und größte Freude. Ich glaube Beine Trauer verändert sich. Weniger verzweifelt, entsetzt, geschockt. Weniger Wut.

Trauerarbeit. Ein komisches Wort. Vielleicht zeigt es, dass die Trauer nicht einfach verschwindet. Vielleicht, dass Arbeit beim Verarbeiten (noch mal ein Arbeits-Wort) helfen kann. Vielleicht auch, dass Trauer in unserer Gesellschaft kein Raum bekommt und das Gefühl technisiert wird. Arbeite an dir und du wirst wieder Leistungsfähig. Arbeite an deinem Problem, damit du wieder funktionierst. Und es gibt Menschen, die in der Trauer ihre Arbeit finden. Seelsorger, Trauerbegleiter, Psychologen, Pfarrer (und je die Innen).

Ich habe keine dieser Personen in Anspruch genommen, auch wenn es mir nahegelegt wurde. Mein Verlust ist noch so frisch, ich möchte mir einfach Zeit geben und darauf vertrauen, dass ich es aus mir heraus verarbeiten kann. Ein Bekannter hat neulich gesagt, dass das Thema immer mitschwingt, bis man wieder schwanger sei. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Aber die Freude über eine neue Schwangerschaft überwiegt vielleicht der Trauer einfach. Warten wir ab, wir werden sehen (hoffentlich!).

Alles Liebe,
Frau Fuchs

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Ein Kommentar zu „Trauerarbeit = Seelenarbeit

  1. Uns hat es auch durch die nächste Schwangerschaft begleitet. Und auch nach der Geburt unserer Kleinen blieb das Gefühl. Aber es veränderte sich. Und nachdem die Kleine geboren war, hatte ich das Gefühl, das Kapitel „Trauer“ abzuschließen, aber trotzdem bleibt es unvergessen.

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