Allgemein · Sternchen

Die Tage danach

„Kommt Zeit, kommt Rat“, „Die Zeit heilt alle Wunden“, „Fasse Mut: der größte Schmerz ist nicht von langer Dauer“. Es gibt viele hundert Sprüche, die einem in schweren Situationen helfen sollen. Sie alle haben eins gemeinsam: Zeit und Warten.

clock-1827745_1280Warten, dass es vorbei geht. Warten, dass sich der Schmerz legt. Manchmal möchte ich einfach durch schlafen, bis es besser ist. Ich lese viel im Internet, besonders die Beiträge von Frische Brise, die im Herbst eine Fehlgeburt hatte und die ich schon damals verfolgt habe. Ihre Worte kamen mir in so vielen Momenten fest in Erinnerung. Ihre neusten Posts machen mir Mut (Danke).
Und es gibt bereits gute Momente. Manchmal sogar so leicht, dass ich denke, dass ich es schon geschafft habe. Dass es mich doch nicht so getroffen hat und ich weiter machen kann. Und dann dreht man sich um und die Trauer legt sich wie ein Mantel um einen. Irgendwie bekannt, noch nicht bereit, ihn vollständig abzulegen.

Reagiere ich über? Ist das zu viel Trauer für ein noch so kleines Leben? Zu viel Tränen für ein zu kleines Herz, das nicht schlagen konnte? Ich weiß es nicht, aber

„Ich bin doch keine Maschine,Ich bin ein Mensch aus Fleisch und Blut“ (Tim Bendzko)

Das Lied mochte ich nicht besonders, jetzt habe ich es ständig im Kopf. Die Reaktionen im Umfeld sind sehr verschieden. Von Manchen hatte man „mehr“ erwartet, andere überraschen mit viel Empathie. Ich bin froh, um die lieben Menschen an meiner Seite und ich versuche auch die Reaktionen, die mich verwundern neutral zu halten. JEder geht anders mit Situationen um. Nicht jeder sieht gleich ein Baby, verbindet Träume und Vorstellungen, wenn ein Schwangerschaftstest positiv ist. Oder? Ich glaube Frauen, werdende Mütter, haben gleich eine besondere Verbindung zu ihrem Kind. Oder zumindest oft. Manchmal erwische ich mich noch, wie ich die Hand auf meinen Bauch lege, um mich dann zu erinnern, dass er leer ist. Das wird wohl noch dauern.

Immerhin sieht es so aus, als sei die OP doch gut verlaufen. In den letzten Tagen mischte sich die Angst dazu, dass ich noch einen Eingriff machen lassen muss. Eine absolute Horror-Vorstellung. Immerhin hebt sich mein Gesicht langsam aber sicher wieder von der weißen Wand ab und die Schmerzen sind nicht so doll. Jetzt heißt es wohl abwarten und Hirtentäschel-Tee trinken.

Liebe Grüße, Frau Fuchs.

P.S. Ich habe eine neue Kategorie zum Thema Sternchen * erstellt, in der ich neben meinen Berichten Dinge und Links sammeln will, die mir geholfen haben.

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