Allgemein · Sternchen

Waschbäraugen und Tränenflüsse 

Das neue Jahr ist erst 28 Tage jung und ich habe schon genug. Es kann sich verpissen, dieses neue Jahr, das so wunderbar werden sollte. Voll Hoffnungen, Glück und großen Veränderungen.

So wundervoll hat es begonnen. Ein Glitzern in den Augen, das schon bevor es ausgesprochen war, alles gesagt hat. Träume und Glück. Trotzdem irgendwie gefasster, nüchternder als beim ersten Mal. Vielleicht war da doch schon eine böse Vorahnung in mir.

19 Tage später ist das Strahlen verpufft. Tiefe Augenringe graben sich durch mein Gesicht, wie Ackerfurchen im zermatschten Feld. Ich sehe aus wie ein Waschbär. Meine Mutter sagt, ich hätte wieder abgenommen und würde ganz zart wirken. Ich fühle mich schwer und leer.

Der 19. sollte ein wunderbarer Tag werden. Stattdessen blicken wir auf ein schwarz weißes, regungsoses Bild und ich weiß, das sieht nicht gut aus. Ich bin völlig aufgelöst, fahre aber trotzdem zur Arbeit, weil ich mich ablenken will. Gescheiterter Versuch. Nach zwei Stunden laufe ich weinend meinem Mann entgegen, der mich abholen kommt. Zu groß der Schock.

Wir müssen/dürfen noch eine Woche warten, hoffen und bangen. Vielleicht haben wir Glück und es ist einfach nur kleiner, als errechnet. Zu Hause rechne ich mit allen verfügbaren Web-Rechnern aus, wie weit ich sein könnte. Versuche verzweifelt mich zu erinnern, wann wir Sex hatten. 6+6 oder 7+3? Ab wann kann man denn wirklich ein Herzschlag sehen? Wir stimmen uns positiv, die Erbgenisse der Blutwerte einige Tage später feuern das noch an. „Es ist alles gut, es ist alles gut“. Es MUSS einfach.

Mir ist die ganze Zeit so schlecht. Im Wartezimmer könnte ich die Wände hoch laufen. In Behandlungszimmer verplempern wir keine Zeit, nach Erlösung japsend. Wir bekommen keine.

MA, FG, AS. Abkürzungenimg_1611, von denen man nichts wissen will. Artikel, die man nicht googlen will. Ich will das alles nicht. Wieso habe ich schon länger das Gefühl, das es gerade in der Blogwelt „umgeht“? Wieso passiert das? Ich dachte immer, mir passiert so was nicht. Meine Mutter hat das nicht erlebt, dann habe ich auch Glück. Alles Quatsch, das ist mir klar. Gedanken, die ein nach Hoffnung flehender Geist herauf beschwört.

2017 sollte so toll werden und jetzt warte ich auf meinen Termin im Krankenhaus.

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